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9v9

9V9 steht für Handarbeit, Wiederholung und Geduld — für eine Art, Kleidung zu machen, die Design und Produktion zusammenführt, statt sie zu trennen. Der Name, «nueve veces nueve», neun mal neun, verweist direkt auf den Rhythmus der Strickmaschine: die repetitive, methodische Arbeit in ihrem Zentrum, aus der jedes einzelne Stück Reihe für Reihe entsteht. Es ist weniger ein Markenversprechen als eine Beschreibung davon, wie das Label tatsächlich arbeitet — alles, vom ersten Entwurf bis zum fertigen Kleidungsstück, entsteht an einem Ort, von einer Hand.

Florencia Castillo brachte sich das Stricken 2014 autodidaktisch bei und entwickelte seither eine eigene Formensprache, in der Musterentwicklung, Schnitt und Technik gemeinsam erarbeitet werden, statt von einer Design- an eine separate Produktionsstufe weitergereicht zu werden. Jedes Kleidungsstück wird auf ihren eigenen Maschinen gestrickt, in ihrem Atelier an der Brunngasse in der Berner Altstadt, aus 100% italienischer Merinowolle. Dieser durchgehende Prozess — eine Person, ein Ort, von der Wolle bis zum fertigen Stück — ist es eigentlich, was jedes Teil als 9V9 erkennbar macht.

Nachhaltigkeit kommt bei 9v9 vor allem aus der bewussten Kleinheit. Weil alles hausintern, in kleinen Serien und auf eigenen Maschinen produziert wird, strickt 9v9 nur, was tatsächlich gebraucht wird – keine Vorproduktion für eine Saison, kein Restbestand, kein Abfall, der von Anfang an im Prozess eingebaut ist. Es ist ein Zero-Waste-Ansatz, weniger aus erklärter Absicht als aus der schlichten Tatsache, dass das Label klein bleibt und nah an der eigenen Produktion.

Bei OF GOODS zeigt 9v9 eine kuratierte Auswahl der neuesten und liebsten Stücke – bewusst kompakt statt der gesamten Kollektion. Zu sehen sind aktuelle Formen und Maschen, ergänzt durch einige Stücke, die sich über die Zeit zu Klassikern entwickelt haben.

 

Fotocredit: Martin Pisotti
@martinpisotti_

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